Spontane Wochenend-Partys werden immer seltener

Früher hieß es oft, kurz vor dem Wochenende: „Hey, das muss gefeiert werden. Wo machen wir am Freitag/Samstag die Party?“ Das geschieht immer seltener. Woran das liegt, mag wohl kaum jemand genau sagen. Es gibt sicherlich mehrere Faktoren. Einige könnten sein, dass die Menschen immer weniger Zeit haben und deshalb alles seinen eingeplanten Vorlauf braucht, aber auch, dass es schon zu viele Partys zu bestimmten Anlässen gibt. Vielleicht hat die moderne, konsumorientierte „to go“ Gesellschaft auch keinen Sinn mehr für Spontaneität, oder einfach nur zu wenig Geld. Versuchen wir, dem Phänomen mal auf den Grund zu gehen.

Dauerbeschäftigung und Wochenendstress

Zunächst ist nicht zu übersehen, dass immer mehr gearbeitet wird. In den meisten Familien arbeiten beide Elternteile und das Geld reicht so eben für das Nötigste. Parallel steigt der Medienkonsum und der „Social Media – Wahnsinn” beschäftigt viele junge Menschen den ganzen Tag. Unter der Woche bleibt also wenig Freizeit und alles konzentriert sich aufs Wochenende. Darauf konzentrieren sich also immer mehr Aktivitäten, für die unter der Woche kaum noch Zeit bleibt. Es entsteht ein ganz natürlicher Bedarf nach „einfach mal nichts tun“, was durchaus nachvollziehbar ist, denn auch Partys brauchen ihre Vorbereitung und danach heißt es erstmal: „Aufräumen und putzen.“

Dauerstress blockiert Spontanität

Wer ständig irgendwas zu tun hat, ist auch geistig andauernd damit beschäftigt. Der moderne Mensch neigt dazu, sich selbst unter Stress zu setzen, indem er sich zu viel aufbürdet, was er „noch“ erledigen muss. Dadurch entsteht ein grundsätzliches „keine Zeit“-Gefühl. Sehr deutlich wird das durch das „to go“-Verhalten, welches ein Spiegelbild dafür ist, dass offensichtlich sogar die Zeit fehlt, sich zum Essen oder Kaffeetrinken gemütlich hinzusetzen. Eine Party heißt letztendlich auch, einen Tag Urlaub aus diesem Stress. Statt sich den aber zu gönnen, hat man lieber keine Zeit. Keine schöne Entwicklung.

Hinzu kommt, dass Discos, Clubs und Bars immer mehr „Partys“ anbieten, jedes Jahr gibt es mehr Konzerte und Festivals. Da bleibt wirklich keine Zeit mehr für spontane Partys.

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